Was ist eigentlich mit Achselhaaren los?

Was ist eigentlich mit Achselhaaren los?
Was ist eigentlich mit Achselhaaren los?
Anonim

Wir sind mal wieder bei einer Verleihung des Golden Globe, zu der natürlich auch eine Kostprobe der Looks der Stars auf dem roten Teppich gehört. Bei der Gala am Sonntag verdiente die junge Schauspielerin Lola Kirke die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit nicht mit ihrem tollen Kleid, sondern mit ihren unrasierten Achseln, die es natürlich sofort in die Nachrichten schafften - zum Beispiel auf der DailyMail.

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Für die feministische Schauspielerin war dies nicht der erste Auftritt dieser Art, 2015 stand sie auch bei einem Vanity-Fair-Fotoshooting vor der Kamera und übermittelte damit eine Botschaft an die breite Öffentlichkeit. In letzter Zeit geben mehrere Prominente offen zu, dass sie ihre Haare nicht entfernt haben, und es gibt viele sogenannte Hinzu kommt die Bewegung der Körperbehaarung: Zuvor winkte Julia Roberts ungestört in ihrem ärmellosen Kleid bei der Show in Notting Hill, Beyoncé ließ einen Bart aufblitzen und Celine Dion enthüllte bei ihrem Konzert dank zu starker Beleuchtung die Haare an ihren Beinen. Aber leider lässt sich aus den aktuellen Reaktionen auch schließen, dass wenn eine Frau mit Achselhaaren auftaucht, das immer noch eine Neuigkeit ist und als großer Akt des Mutes gilt. Aber warum gilt es in der Gesellschaft als Tabu, wenn sich eine Frau nicht rasiert?

Die Situation von Frauen war noch nie einfach, und heute ist es extrem schwierig, eine Frau zu sein: sich durchzusetzen, neben dem Beruf eine Familie zu gründen, im Schatten von Klischees zu leben oder gar die These umzucodieren, dass "Der Platz einer Frau ist in der Küche". Wir begegnen jeden Tag einer Menge Erwartungen, Druck und Compliance. Die Kosmetikindustrie, die Medien und die Gesellschaft würden diese Klauseln nicht nur entlasten, sondern eher verschärfen.

Warum rasieren wir Frauen uns?

Die meisten Frauen leben aufgrund von Mode, Männern, sozialen Bräuchen, Komfort, Hygiene und Ästhetik mit der Haarentfernung. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts entstand die Idee, dass Frauen haarlos sein sollten, und es ist immer noch die "Norm", wenn einer Frau keine Haare wachsen. Natürlich ist sie eine Frau! Trotzdem diktiert die Gesellschaft, dass eine Frau nicht behaart sein darf, Schamhaare sind unattraktiv und Achselhaare geradezu skandalös. Es wird gesellschaftlich erwartet, dass sie sich rasieren und/oder weil es für sie bequemer ist. Denn sie springen für die profitorientierte Kosmetikindustrie ein. Die Gesellschaft schafft bei Frauen, dass sie sich wohler fühlen, wenn sie überall rasiert sind, da Frauen früher sogar in der Werbung für Haarentfernung ihre nackten, haarlosen Beine gewachst/rasiert haben. Auch das ist kein Zufall. Man könnte auch sagen, dass wir in einer pelzphobischen Gesellschaft leben, und wer sich da raush alten will, wird von den meisten Menschen als ekelhaft abgestempelt.

Steht das Schamhaar auf dem Bild hervor? Dann löschen wir es

Da es heutzutage ein sehr beliebtes Thema ist, wagen es diverse Modeunternehmen und Branchen, sich dem scheinbar tabuisierten Pelz zu öffnen. Mein Lieblingsbeispiel ist, dass Instagram am 21. Januar 2016 den Account eines australischen Online-Magazins, Sticks and Stones, wegen eines dort veröffentlichten Bildes deaktiviert hat. Das Bild zeigte zwei Frauen in Badeanzügen, was für Insta natürlich kein Problem gewesen wäre, aber die Schamhaare der Frauen ragten aus den Badeanzügen heraus, weshalb der Account des Magazins deaktiviert wurde. Sowohl die Medien als auch die Instagram-Nutzer äußerten ihren Unmut, kritisierten und verstanden diese Reaktion nicht, woraufhin Instagram den Account des Magazins nach einer Woche reaktivierte und einen Fehler einräumte.

Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie unterschiedlich die Ansichten über eine Frau im Pelz im 21. Jahrhundert sind. Während einerseits die automatische Reaktion einer sozialen Plattform auf das Bild darin bestand, es als obszön einzustufen und den Account zu deaktivieren, empfanden Verbraucher und andere Medien diese Aktivität andererseits als völlig ungerechtfertigt und standen für das Bild, die Models, ein und das Magazin repräsentiert. Der Teil der Verbraucher, denen die Entfernung nicht gefiel, behauptete, das Werbefoto stehe für Natürlichkeit: „Weibliche Schamhaare sollten nicht versteckt, sondern glorifiziert werden, denn es gibt nichts zu schämen, im Gegenteil: Es macht uns zu wahren Frauen!“

Was ist dann die Lösung?

Heutzutage können Frauen frei entscheiden, wo, wie viel und wie oft sie sich Haare entfernen. Wenn wir uns entscheiden, Haare an bestimmten Stellen unseres Körpers loszuwerden, ist dies unsere Entscheidung und sollte auf nichts anderem beruhen, als auf dem, was wir mit unserem Körper machen wollen. Aber das XXI. Auch im 20. Jahrhundert sagen die Menschen, die Medien, die Gesellschaft den Frauen immer noch, was und wie sie mit ihrem eigenen Körper tun sollen. „Trag keine Stilettos!“oder „Trag diesen Bikini nicht!“Sätze zerstören langsam unser Selbstvertrauen und Selbstbild. Fazit: Jeder hat das Recht, mit seinem Körper zu machen, was er will. Wenn Frauen sich rasieren wollen, rasieren Sie sich! Sie wollen nicht, wen interessiert das? Sein Körper gehört ihm, nicht uns!

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